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Warum wird alles zum Abonnement? Die Ökonomie der Subscriptions

Von AboTracker RedaktionZuletzt aktualisiert am

Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren

Die Mathematik hinter dem Abo-Boom

Ein einfaches Beispiel: Zwei Software-Unternehmen.

Unternehmen A (Einmalkauf): Verkauft Software für 499€. 1000 Kunden = 499'000€ Umsatz. Im Folgejahr muss es wieder 1000 Kunden finden.

Unternehmen B (Subscription): Verkauft Software für 29€/Monat. 1000 Kunden = 348'000€/Jahr. Im Folgejahr kommen die bestehenden Kunden automatisch weiter — plus neue.

Nach 3 Jahren: B hat mehr verdient. Nach 5 Jahren ist B exponentiell grösser. Investoren zahlen Unternehmen B ein 10-faches höheres Bewertungsmultiple.

Was Unternehmen antreibt

Vorhersagbarkeit: Monthly Recurring Revenue (MRR) ist die beliebteste Kennzahl im Tech-Investment. Sie zeigt: «In 12 Monaten werden wir mindestens X verdienen.»

Customer Lifetime Value (CLV): Ein Abo-Kunde der 3 Jahre bleibt zahlt 36 Monatsraten. Ein Einmalkauf-Kunde zahlt einmal. Das ändert die gesamte Wirtschaftlichkeit.

Lock-in durch Habit: Je länger man einen Dienst nutzt, desto teurer wird der Wechsel — nicht finanziell, sondern durch Gewohnheit, gespeicherte Daten, Lernkurve.

Was das für Konsumenten bedeutet

Positiv:

  • ·Günstigerer Einstieg in Premium-Software
  • ·Immer aktuelle Versionen (kein «old version» Problem)
  • ·Flexibilität (theoretisch)

Negativ:

  • ·Über 3-5 Jahre teurer als Einmalkauf
  • ·Abhängigkeit vom Anbieter
  • ·Wenn Anbieter den Service einstellt: kein Zugang mehr
  • ·Preiserhöhungen sind einfacher durchzusetzen

Branchen die als nächstes kommen

Automobil: BMW verkauft Sitzheizung per Abo (10€/Monat). Mercedes, Audi folgen.

Gesundheit: «Concierge Medicine» wächst 30%+ jährlich in den USA, kommt nach DACH.

Möbel: IKEA testet Möbel-Abo-Modelle in Schweden.

Kleidung: Zalando, H&M experimentieren mit Kleidungsmiete.

Häufige Fragen

Werden Einmalkäufe verschwinden?

Wahrscheinlich nicht vollständig, aber sie werden seltener. Adobe, Microsoft, AutoCAD — alle grossen Software-Anbieter haben auf Subscriptions umgestellt. Der Trend ist eindeutig.

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